05. März – Der internationale Tag des Energiesparens


Heute ist der Internationale Tag des Energiesparens. Auch uns erinnert das an frühere, verschwenderische Zeiten. Noch nie war uns der Energiekonsum in unserer Firma so bewusst wie heute. Geschichten von übermäßigem Verbrauch erscheinen schon fantastisch.

Neulich unterhielt ich mich mit einem Freund über die Energieverschwendung in vielen Privathaushalten. Er, ein ehemaliger Mitarbeiter eines Energiekonzerns, erzählte mir, dass sich oftmals Mitglieder des Vorstands vieler Energiekonzerne Heizdrähte unter die Einfahrt legen ließen, damit sie sich im Winter nicht um die Schnee Beseitigung kümmern mussten. Eine Geschichte die ich fast nicht glauben konnte.

Auf unserem Weg zur Energiereduktion fingen wir bei den PCs im Call Center an. Die meisten der 56 Arbeitsstationen unterschiedlichster Art waren mit 350 Watt Netzteilen ausgestattet. alteworkstationNatürlich läuft ein Computer nicht permanent mit der höchsten elektrischen Leistung die ein Netzteil bietet,  jedoch kann man im Falle einer normalen Auslastung schon von 250 Watt ausgehen. Dazu zählten wir noch unsere 21 Server auf denen wir unsere Datenbanken, Softwareprodukte und die gesamte Verwaltung (samt Backup) hosteten. Jeder dieser Server war noch zusätzlich mit ca. 650 Watt zu berechnen.

Die ersten Lösungsansätze führten uns zu sog. Nettops: kleine, sparsame (ca. 35 Watt Leistungsaufnahme) Rechner die genug Leistung für Officeanwendungen bieten und sich teilweise sogar an die Rückseite des Monitors befestigen lassen. Ein paar davon hatten wir sogar zum Ausprobieren vor Ort. Einen großen Nachteil gibt es jedoch: Viele der Komponenten in den kleinen PCs sind fest verlötet. Eine Wartung, Reparatur oder das Austauschen einzelner Teile ist oftmals in der eigenen EDV-Abteilung gar nicht möglich.

Daher entschieden wir uns für die Servervirtualisierung. Alle Workstations greifen dabei auf einen Verbund von Servern zu, auf denen alle operativen Berechnungen stattfinden. Der eigene Rechner wird so nur noch zur Bildausgabe benötigt. Das hat den Vorteil, dass alle Mitarbeiter auf einer sicheren Plattform arbeiten wo alle Daten zentral gespeichert und gesichert werden, gleichzeitig aber nur der Serververbund administriert und verwaltet werden muss. Als Bildausgabegerät hatten Foto 1die 56 PCs somit ausgedient. Unsere EDV-Abteilung stattete jeden Arbeitsplatz mit einem Rasperry Pi aus. Diese winzigen Einplatinen-Computer kosten pro Stück ca. 35€ und sind mit besonders sparsamer Technik, vergleichbar mit der eines Smartphones, ausgestattet die passiv gekühlt ist und insgesamt nur 3,5 Watt benötigt.

Da für die Virtualisierung von 56 Arbeitsplätzen sehr viel Leistung  benötigt wird, entschlossen wir uns dazu unsere veralteten Server auszutauschen. Die 21 alten Modelle wichen 8 neuen Dell PowerEdge Servern mit einer Energieaufnahme von ca. 1000 Watt im ausgelasteten Zustand. Und das bei wesentlich mehr Leistung.

Momentan sind wir mit dieser Lösung außerordentlich zufrieden. Denn wir verschwenden nicht nur weniger Energie in einem unserer Geschäftsbereiche oder sparen damit Kosten ein. Einen weiteren, positiven Nebeneffekt hat das Ganze nämlich noch: Dadurch, dass kaum noch aktiv gekühlte Rechner mit laut surrenden Kühlern im Call Center stehen, ist es auch merklich leiser geworden.

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